Dieterich Buxtehude (1637 - 1707)''Nimm von uns, Herr, Du treuer Gott'' (BuxWV 78)

Nimm von uns, Herr, du treuer Gott,
Die schwere Straf und große Not,
Die wir mit Sunden ohne Zahl
Verdienet haben allzumal.
Behut vor Krieg und teurer Zeit
Vor Seuchen, Feur und großem Leid.

Erbarm dich deiner bosen Knecht.
Wir bitten Gnad und nicht das Recht;
Denn so du, Herr, den rechten Lohn
Uns geben wolltst nach unserm Thun,
So mußt die ganze Welt vergehn
Und konnt kein Mensch vor dir bestehn.

Ach Herr Gott, durch die Treue dein
Mit Trost und Rettung uns erschein,
Beweis an uns dein große Gnad,
Und straf uns nicht auf frischer That,
Wohn uns mit deiner Gute bei,
Dein Zorn und Grimm fern von uns sei.

Warum willt du doch zornig sein
Über uns arme Wurmelein?
Weißt du doch wohl, du großer Gott,
Daß wir nichts sind als Erd und Kot;
Es ist ja vor deim Angesicht
Unser Schwachheit verborgen nicht.

Die Sund hat uns verderbet sehr,
Der Teufel plagt uns noch viel mehr,
Die Welt und unser Fleisch und Blut
Uns allezeit verfuhren thut.
Solchs Elend kennst du, Herr, allein,
Ach laß es dir befohlen sein.

Gedenk an deins Sohns bittern Tod,
Sieh an sein heilig Wunden rot,
Die sind ja fur die ganze Welt
Die Zahlung und das Losegeld,
Des trosten wir uns allezeit
Und hoffen auf Barmherzigkeit.

Leit uns mit deiner rechten Hand,
Und segne unser Stadt und Land,
Gieb uns allzeit dein heilges Wort,
Behut vors Teufels List und Mord,
Verleih ein selges Stundelein,
Auf daß wir ewig bei dir sein.